Total Cost of Ownership im E-Commerce: 7 Kostenblöcke, TCO-Formel und 6 Plattformen im Vergleich (2026)

Von Robin Laseur

Bei der Wahl eines Shopsystems vergleichen fast alle zuerst die Lizenzgebühr. Dabei entscheidet gerade diese Zahl selten darüber, was Ihr Onlineshop tatsächlich kostet. Schnittstellen, Wartung, Apps, Transaktionsgebühren und die nächste Migration fallen meist stärker ins Gewicht. Das Gesamtbild nennt sich Total Cost of Ownership (TCO). Dieser Beitrag zeigt, was dahintersteckt, woraus sie sich zusammensetzt, wie sechs Plattformen abschneiden und wie Sie Ihre TCO senken.
Kurz gesagt
Die TCO im E-Commerce ist die Summe aller einmaligen und laufenden Kosten Ihrer Plattform über den gesamten Lebenszyklus, meist berechnet über 3 bis 5 Jahre.
Sieben Kostenblöcke bestimmen sie: Lizenz, Hosting, Implementierung, Schnittstellen (ERP, PIM), Apps und Erweiterungen, Zahlungs- und Transaktionsgebühren sowie Wartung und Sicherheit.
SaaS-Plattformen wie Shopify und BigCommerce haben meist die niedrigste TCO. Open Source (Magento, Shopware) wirkt günstig, verlagert die Kosten aber in Hosting und Wartung. Composable- und Enterprise-Lösungen (commercetools, Adobe Commerce, Salesforce Commerce Cloud) liegen am oberen Ende.
Die Formel ist einfach: einmalige Kosten + (laufende Kosten pro Jahr × Anzahl Jahre). Schwierig ist, sie ehrlich zu befüllen. Unser Leitfaden zum TCO berechnen mit Rechenbeispiel hilft Ihnen dabei.
Was ist Total Cost of Ownership (TCO) im E-Commerce?
Total Cost of Ownership bezeichnet die Gesamtkosten für Anschaffung, Aufbau, Betrieb und späteren Ersatz eines Systems. Im E-Commerce ist das jeder Euro, der nötig ist, damit Ihr Shop läuft und wächst: von Plattformlizenz und Hosting über die Entwickler, die Sicherheitspatches einspielen, und die ERP-Anbindung, die Bestände synchronisiert, bis zu den Apps, die im Lauf der Zeit dazukommen.
Die TCO gilt immer für einen Zeitraum. Die meisten Unternehmen rechnen mit 3 bis 5 Jahren, denn ungefähr so lange hält eine Plattformentscheidung, bevor ein größerer Relaunch oder eine Migration ansteht. Eine Plattform, die im ersten Jahr günstig ist, kann im dritten Jahr die teuerste Option sein, sobald sich Transaktionsgebühren, Erweiterungen und Upgrade-Projekte summieren.
TCO ist nicht gleich Anschaffungspreis
Den Anschaffungspreis sehen Sie auf der Preisseite. Die TCO umfasst auch, was dort nicht steht: interne Stunden, den Retainer Ihrer Agentur, Ausfallzeiten im Peak und die Kosten für einen späteren Wechsel. Plattformen nur nach Preis zu vergleichen ist, als würden Sie Autos nach Listenpreis vergleichen, ohne auf Verbrauch und Wartung zu achten.
Warum die TCO wichtiger ist als die Lizenzgebühr
Aus mehr als 350 Migrationen kennen wir bei Flatline immer dasselbe Muster: Die Lizenz ist selten der größte Posten im Budget. Die großen Posten wachsen mit der Komplexität: Individualentwicklung, Schnittstellen und das Team, das alles am Laufen hält. Drei Gründe, zuerst auf die TCO zu schauen:
Sie schützen Ihre Marge. Laufende Kosten steigen mit Traffic, Bestellvolumen und Anzahl der Länder. Wer sie nicht einplant, verliert unbemerkt Marge.
Sie treffen die bessere Plattformentscheidung. Auf derselben TCO-Basis werden Zielkonflikte sichtbar. Ein höheres Abo kann unterm Strich günstiger sein, wenn es Hosting, Patches und Upgrade-Projekte überflüssig macht.
Ihr Budget wird planbar. Ein TCO-Modell zeigt, welche Kosten fix sind, welche mit dem Umsatz wachsen und welche als einmalige Spitze kommen, etwa bei einem großen Versions-Upgrade.
Die 7 Kostenblöcke der TCO im E-Commerce
Zusammen decken diese sieben Blöcke alles ab, was in einen fairen TCO-Vergleich von Plattformen gehört.
1. Plattform- und Lizenzkosten
Die Kosten für die Software selbst. Das Modell unterscheidet sich stark: ein festes Monatsabo (Shopify, BigCommerce), eine Lizenz abhängig von Umsatz oder Bestellvolumen (Adobe Commerce, commercetools, Salesforce Commerce Cloud) oder gar keine Lizenz bei Open Source (Magento Open Source, Shopware Community Edition). Prüfen Sie vor allem, wie sich der Preis mit Ihrem Wachstum verändert: Manche Modelle springen an Umsatzschwellen, andere nehmen einen Anteil am GMV.
2. Hosting und Infrastruktur
Bei SaaS sind Hosting, CDN, SSL, Verfügbarkeit und Skalierung bei Lastspitzen im Abo enthalten. Bei selbst gehostetem Open Source zahlen Sie für Server oder Cloud-Kapazität, CDN, Caching, Suchinfrastruktur und die Menschen, die all das betreiben. Bei Headless- oder Composable-Architekturen hosten Sie zusätzlich Ihr eigenes Frontend, mit eigener Hosting-Rechnung und eigenem Monitoring.
3. Implementierung, Design und Entwicklung
Der einmalige Aufbau: Design, Theme- oder Frontend-Entwicklung, Konfiguration, Datenmigration und Tests. Die Kosten hängen viel stärker vom Umfang ab als von der Plattform. Trotzdem brauchen Sie auf einer Plattform mit starkem Standardumfang weniger Individualentwicklung, und jede Zeile eigener Code will jahrelang gepflegt werden.
4. Schnittstellen zu ERP, PIM, OMS und CRM
Für Marken im Mittelstand und im Enterprise-Segment sind Schnittstellen oft der größte und am meisten unterschätzte Kostenblock. Bestände, Preise, Bestellungen, Kunden und Produktdaten müssen zuverlässig zwischen Shop und Systemen wie ERP, PIM, WMS oder CRM fließen. Sie zahlen für den Aufbau, für Middleware- oder Connector-Abos und für Monitoring und Fehlerbehebung, sobald sich auf einer Seite etwas ändert. Deshalb ist die ERP-Integration für Shopify für uns eine Kerndisziplin: Eine gut geplante Integrationsschicht ist einer der größten TCO-Hebel überhaupt.
5. Apps, Erweiterungen und Drittanbieter-Abos
Bewertungen, Suche, Loyalty, E-Mail, Retouren: Die meisten Shops laufen auf einem ganzen Stapel Apps. Jede einzelne ist klein, zusammen summieren sie sich. Bei Open Source sind Erweiterungen oft Einmalkäufe, müssen aber bei jedem Upgrade aktualisiert und getestet werden. So werden sie doch zu einem Wartungsposten.
6. Zahlungs- und Transaktionsgebühren
Zahlungsgebühren wachsen direkt mit dem Umsatz, kleine Unterschiede im Satz werden bei Volumen zu großen Beträgen. Manche Plattformen verlangen zusätzlich eine eigene Transaktionsgebühr, etwa Shopify, wenn Sie statt Shopify Payments einen externen Zahlungsanbieter nutzen. Auch Ihr Mix an Zahlarten zählt: Lokale Verfahren wie SEPA-Lastschrift sind oft günstiger als Kreditkarten.
7. Wartung, Sicherheit und Compliance
Sicherheitspatches, Versions-Upgrades, Bugfixes, Performance, PCI DSS, DSGVO und Anforderungen an die Barrierefreiheit. Bei SaaS übernimmt die Plattform einen großen Teil davon. Bei selbst gehosteten Systemen liegt es bei Ihnen, und ein großes Versions-Upgrade kann zum eigenen Projekt werden. Rechnen Sie auch Ihr eigenes Team ein: Die Stunden für den Betrieb der Plattform sind echte Kosten, auch ohne Rechnung.
Und die Kosten für Migration und Wechsel?
Zwei Posten fehlen in den meisten TCO-Rechnungen. Erstens die Migration: Produkte, Kunden, Bestellhistorie und URLs übertragen, Weiterleitungen einrichten, um Ihre SEO-Rankings zu schützen, und das Team neu einarbeiten. Zweitens die Exit-Kosten: Wie schwer wird es, die Plattform in fünf Jahren wieder zu verlassen? Viel Individualcode und proprietäre Schnittstellen verteuern den nächsten Schritt. Eine realistische TCO berücksichtigt beides. Für Magento haben wir das ausführlich in die 5 versteckten Kosten von Magento vs. Shopify aufgeschlüsselt.
Und Marketing? Werbebudgets und Kampagnenkosten sind weitgehend plattformunabhängig. Lassen Sie sie beim Plattformvergleich außen vor. Marketing-Tools, die an die Plattform gebunden sind, etwa E-Mail, Personalisierung oder Feed-Apps, gehören dagegen hinein.
TCO berechnen: die Formel
Die Grundformel für die Total Cost of Ownership lautet:
TCO = einmalige Kosten + (laufende Kosten pro Jahr × Anzahl Jahre) + erwartete Wechselkosten
Einmalige Kosten sind Aufbau, Migration und Einrichtung der Schnittstellen. Laufende Kosten ist alles, was Sie monatlich oder jährlich zahlen. Wechselkosten sind die erwarteten Kosten der nächsten Migration am Ende des Zeitraums. Um Szenarien mit unterschiedlichem Wachstum zu vergleichen, lohnt es sich, die TCO auch als Anteil am Umsatz (GMV) auszudrücken: Eine Plattform, die absolut mehr kostet, kann pro Euro Umsatz günstiger sein.
Kostenblock | Einmalig | Laufend | Wächst mit |
Plattform und Lizenz | Teilweise (Setup-Gebühr) | Ja | Umsatz oder Bestellvolumen, je nach Modell |
Hosting und Infrastruktur | Einrichtung | Ja (selbst gehostet, Headless) | Traffic und Lastspitzen |
Implementierung und Design | Ja | Laufende Weiterentwicklung | Umfang und Individualisierung |
Schnittstellen (ERP, PIM, OMS) | Ja | Middleware, Monitoring, Fehlerbehebung | Anzahl Systeme und Datenflüsse |
Apps und Erweiterungen | Teilweise | Ja | Funktionsumfang und Bestellvolumen |
Zahlungs- und Transaktionsgebühren | Nein | Ja | Umsatz |
Wartung, Sicherheit, Compliance | Upgrades | Ja | Menge an Individualcode |
Sie möchten das für Ihren eigenen Shop ausfüllen? Im TCO-Rechner für Ihren Onlineshop finden Sie ein Arbeitsblatt je Kostenblock und ein durchgerechnetes Beispiel über drei Jahre.
Vier Plattformmodelle, vier Kostenprofile
Das Plattformmodell entscheidet weitgehend darüber, wohin Ihr Geld fließt:
SaaS (Shopify, BigCommerce): planbares Abo, Hosting und Sicherheit inklusive. Etwas weniger Freiheit im Kern, deutlich weniger Wartung.
Open Source (Magento Open Source, Shopware Community Edition): keine Lizenz, volle Kontrolle. Die Kosten verlagern sich zu Hosting, Patches, Upgrades und Entwicklern.
Composable (commercetools): maximale Flexibilität über APIs. Sie zahlen für die Engine plus Frontend, CMS, Suche und das Team, das alles betreibt.
Individualentwicklung: alles maßgeschneidert und alles selbst zu pflegen. Die höchste TCO, nur sinnvoll, wenn keine Plattform zu Ihrem Geschäftsmodell passt.
TCO je Plattform: Shopify, Shopware, BigCommerce, commercetools, Magento und Salesforce Commerce Cloud
Die Tabelle vergleicht die wichtigsten Plattformen nach den Faktoren, die die TCO bestimmen. Wir arbeiten bewusst mit Stufen statt exakten Beträgen: Die tatsächlichen Kosten hängen von Umfang, Volumen und Vertrag ab, und veröffentlichte Preise ändern sich.
Plattform | Lizenzmodell | Hosting | Aufwand für Aufbau und Wartung | Typische TCO |
Shopify (Standardtarife) | Festes Monatsabo, siehe aktuelle Preisseite | Inklusive (SaaS) | Niedrig | Niedrig |
Shopify Plus | Ab circa €2.100 pro Monat (indikativ, kann je Vertrag abweichen) | Inklusive (SaaS) | Niedrig bis mittel | Mittel, niedrig für das Enterprise-Segment |
BigCommerce | Monatstarife mit Umsatzschwellen, Enterprise auf Anfrage | Inklusive (SaaS) | Niedrig bis mittel | Niedrig bis mittel |
Shopware | Community Edition kostenlos, Bezahlpläne abhängig von Edition und Umsatz | Selbst gehostet oder SaaS | Mittel | Mittel |
Magento Open Source | Kostenlose Lizenz | Selbst gehostet, auf eigene Kosten | Hoch (Patches, Upgrades, Erweiterungen) | Mittel bis hoch |
Adobe Commerce | Auf Anfrage, abhängig vom Umsatz | Cloud-Option oder selbst gehostet | Hoch | Hoch |
commercetools | Auf Anfrage, meist an Volumen gekoppelt (GMV oder Bestellungen) | Engine als SaaS, Frontend selbst gehostet | Hoch (Frontend und Schnittstellen bauen und betreiben Sie selbst) | Hoch |
Salesforce Commerce Cloud | Auf Anfrage, oft ein Anteil am GMV | Inklusive | Hoch (Implementierung über Partner) | Hoch |
Individualentwicklung | Keine | Selbst gehostet | Sehr hoch | Sehr hoch |
Indikativ. Basierend auf öffentlichen Preismodellen und unserer Projekterfahrung. Prüfen Sie aktuelle Preise immer beim Anbieter.
Shopify und Shopify Plus
Shopify ist eine vollständig gehostete SaaS-Plattform. Hosting, Sicherheit, PCI-Compliance, Checkout und Plattform-Updates sind enthalten. Das spart einen großen Teil der Wartungs- und Infrastrukturkosten, die bei Open Source anfallen. Die Standardtarife starten mit einem niedrigen Monatsbetrag (aktuelle Preise auf der Preisseite von Shopify). Shopify Plus beginnt ab circa €2.100 pro Monat, indikativ und abhängig von Ihrem Vertrag. Seit April 2026 sind B2B-Funktionen in allen Shopify-Tarifen enthalten, nicht mehr nur in Plus.
Wo die TCO von Shopify steigt: bei Apps, bei der zusätzlichen Transaktionsgebühr mit externem Zahlungsanbieter und bei individuellen Apps oder Schnittstellen für komplexe Prozesse. Mit einem disziplinierten App-Stack und einer sauberen Integrationsschicht hat Shopify in diesem Vergleich meist die niedrigste TCO. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt wie Lions Fashion Group eine E-Commerce-Plattform mit niedriger TCO aufgebaut hat.
Shopware
Shopware ist im DACH-Raum weit verbreitet und als Open-Source-Community-Edition sowie als Bezahlpläne (Rise, Evolve, Beyond) verfügbar, selbst gehostet oder als SaaS. Die kostenlose Edition ist ein attraktiver Einstieg, doch Hosting, Plugins und Upgrades summieren sich. Vor allem die Plugin-Kosten brauchen aktives Management. Die TCO ist in der Regel mittel, höher bei Self-Hosting mit viel Individualisierung.
BigCommerce
BigCommerce ist SaaS mit Hosting und Support inklusive und erhebt selbst keine Transaktionsgebühren. Die Standardtarife haben jährliche Umsatzschwellen, Wachstum kann Sie also in einen höheren Tarif oder in Enterprise-Preise schieben. Planen Sie Kosten für Apps und Ihren Zahlungsanbieter ein. Für kleine und mittlere Unternehmen ist die TCO niedrig bis mittel.
commercetools: die Total Cost of Ownership einer Composable-Plattform
commercetools ist eine API-first, headless Commerce-Engine und eine der bekanntesten MACH-Plattformen. Die Lizenz wird verhandelt und ist meist an das Volumen gekoppelt, etwa GMV oder Bestellanzahl. Sie ist aber nur ein Teil der Total Cost of Ownership von commercetools. Weil commercetools das Commerce-Backend liefert, bauen und hosten Sie das Frontend selbst, wählen und bezahlen ein CMS, eine Suche, ein PIM und oft ein OMS und verbinden alles miteinander.
Das bedeutet Freiheit, aber auch mehr Anbieter, mehr Verträge und ein festes Entwicklungsteam. Die TCO von commercetools ist deshalb hoch und rechnet sich nur, wenn Ihre Anforderungen wirklich einzigartig sind: viele Marken oder Touchpoints, komplexe eigene Prozesse und ein Engineering-Team, das volle Kontrolle will.
Magento Open Source und Adobe Commerce
Magento Open Source kostet keine Lizenz, aber Sie zahlen für alles drumherum: Hosting, Sicherheitspatches, PHP- und Versions-Upgrades, Updates von Erweiterungen und die Entwickler, die das erledigen. Adobe Commerce bringt zusätzliche Funktionen, Support und eine Cloud-Hosting-Option mit; die Lizenz gibt es auf Anfrage, abhängig vom Umsatz. In beiden Fällen verteuern Individualcode und Erweiterungen jedes Upgrade. Die TCO ist mittel bis hoch für Open Source und hoch für Adobe Commerce. Eine detaillierte Aufschlüsselung lesen Sie in den 5 versteckten Kosten von Magento im Vergleich zu Shopify.
Salesforce Commerce Cloud
Salesforce Commerce Cloud ist eine Enterprise-Suite mit Hosting inklusive und enger Anbindung an das Salesforce-Ökosystem. Preise gibt es auf Anfrage, oft als Anteil am GMV, und Implementierungen laufen meist über spezialisierte Partner. Das macht die TCO hoch. Sie passt zu großen Unternehmen, die Salesforce bereits für CRM und Service nutzen und alles in einem Ökosystem wollen.
Ein zweiter Blickwinkel: Analystenberichte
Neben der TCO helfen Analystenberichte wie der Gartner Magic Quadrant for Digital Commerce, Funktionsumfang und Vision der Anbieter einzuschätzen. Über Kosten sagen sie nichts aus. Nutzen Sie sie also ergänzend zu Ihrem TCO-Modell, nicht stattdessen.
B2B und international: TCO-Faktoren, die leicht übersehen werden
Wenn Sie an Geschäftskunden oder in mehreren Ländern verkaufen, verändert sich das Kostenbild. Prüfen Sie je Plattform:
Mehrere Länder, Sprachen und Währungen. Auf manchen Plattformen bedeutet jedes Land einen eigenen Shop oder eine eigene Instanz, mit eigener Lizenz, eigenen Apps und eigener Wartung. Shopify bedient mehrere Märkte aus einem Shop heraus und hält so die Zahl der Systeme klein.
B2B-Preise und -Konten. Kundenspezifische Preislisten, Firmenkonten, Zahlungsziele und Schnellbestellformulare. Braucht das Individualentwicklung, wird es zum laufenden Wartungsposten. Bei Shopify ist B2B inzwischen in allen Tarifen enthalten.
Daten aus dem ERP. B2B-Preise, Bestände je Lager und Kreditlimits liegen meist im ERP. Die Qualität dieser Anbindung bestimmt einen großen Teil Ihrer B2B-TCO.
TCO senken: 8 konkrete Hebel
Entscheiden Sie nach der TCO über 3 bis 5 Jahre, nicht nach dem Einstiegspreis. Rechnen Sie alle sieben Kostenblöcke für jede Option durch, bevor Sie sich festlegen.
Standard vor Individualentwicklung. Nutzen Sie Standardfunktionen, wo immer es geht. Jede Sonderfunktion ist über Jahre ein Wartungsposten.
Prüfen Sie Apps und Erweiterungen jährlich. Streichen Sie Überschneidungen und ungenutzte Tools und prüfen Sie, ob Standardfunktionen bezahlte Apps ersetzt haben.
Bauen Sie eine zentrale Integrationsschicht. Binden Sie ERP, PIM und WMS über stabile Middleware oder einen Connector an statt über einzelne Skripte, damit eine Änderung auf der einen Seite die andere nicht lahmlegt.
Verhandeln Sie Zahlungskosten. Vergleichen Sie Anbieter, verhandeln Sie bei Volumen und lenken Sie Kunden zu günstigeren lokalen Zahlarten.
Führen Sie Shops und Kanäle zusammen. Eine Plattform für B2C, B2B und Retail spart Lizenzen, Apps und Schnittstellen. OGÉR hat nach dem Wechsel von Magento zu Shopify Plus fünf Stores und den Onlineshop in einem System vereint.
Automatisieren Sie Abläufe. Automatisierte Workflows für Auftragsrouting, Tagging und Bestandswarnungen sparen jede Woche Stunden.
Planen Sie die Migration sorgfältig. Die meisten Migrationen laufen aus dem Ruder, weil Schnittstellen unterschätzt werden und SEO-Weiterleitungen fehlen. Eine strukturierte Shopify-Migration verhindert das.
Fazit: Welche Plattform hat für Sie die niedrigste TCO?
Die niedrigste TCO ist nicht immer das Ziel. Eine höhere TCO ist gerechtfertigt, wenn Sie dafür etwas bekommen, das Sie wirklich brauchen. Kurz zusammengefasst:
Wählen Sie Shopify oder Shopify Plus, wenn Sie die niedrigste TCO mit Raum für Wachstum wollen, auch für B2B und internationalen Handel, und Ihr Budget lieber in Wachstum als in Wartung stecken.
Wählen Sie Shopware oder BigCommerce, wenn Sie ein kleines bis mittleres Unternehmen mit einem bestimmten regionalen oder Plugin-Bedarf sind und etwas mehr Betreuungsaufwand akzeptieren.
Wählen Sie commercetools, wenn Ihre Anforderungen wirklich einzigartig sind und Sie ein starkes Engineering-Team haben, das einen Composable-Stack aufbaut und betreibt.
Wählen Sie Adobe Commerce oder Magento, wenn Sie sehr komplexe B2B-Logik oder Konfiguratoren, strenge Hosting-Vorgaben und ein eigenes Team haben, das die Codebasis bereits kennt.
Wählen Sie Salesforce Commerce Cloud, wenn Sie ein Enterprise-Unternehmen sind, das bereits vollständig auf Salesforce setzt.
Was Sie auch wählen: Vergleichen Sie auf derselben Basis. Alle sieben Kostenblöcke, über denselben Zeitraum, inklusive Migrations- und Wechselkosten.
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F.A.Q.
Was bedeutet TCO im E-Commerce?
TCO steht für Total Cost of Ownership: alle Kosten einer E-Commerce-Plattform über ihren gesamten Lebenszyklus, nicht nur die Lizenz. Dazu gehören Hosting, Implementierung, Schnittstellen zu Systemen wie ERP und PIM, Apps und Erweiterungen, Zahlungs- und Transaktionsgebühren, Wartung und Sicherheit sowie die Kosten einer späteren Migration. Die meisten Unternehmen berechnen die TCO über 3 bis 5 Jahre, um Plattformen fair zu vergleichen.
Wie berechnet man die Total Cost of Ownership eines Onlineshops?
Addieren Sie die einmaligen Kosten (Aufbau, Migration, Einrichtung der Schnittstellen) und die laufenden Kosten pro Jahr (Lizenz, Hosting, Apps, Zahlungsgebühren, Wartung, interne Stunden) multipliziert mit der Anzahl Jahre, und rechnen Sie die erwarteten Wechselkosten hinzu. Machen Sie das je Plattform über denselben Zeitraum. Als Anteil am Umsatz ausgedrückt lassen sich Szenarien mit unterschiedlichem Wachstum leichter vergleichen.
Welche E-Commerce-Plattform hat die niedrigste TCO?
Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen und für viele Enterprise-Marken hat eine SaaS-Plattform wie Shopify oder Shopify Plus die niedrigste TCO. Hosting, Sicherheit und Plattform-Updates sind enthalten, und es braucht weniger Individualentwicklung. Auch BigCommerce liegt eher niedrig. Open Source, Composable- und Enterprise-Lösungen kosten langfristig meist mehr, wegen Hosting, Wartung und Integrationsaufwand.
Wie hoch ist die Total Cost of Ownership von commercetools?
Die Lizenz von commercetools wird verhandelt und ist meist an das Volumen gekoppelt, etwa GMV oder Bestellungen. Hinzu kommen Aufbau und Hosting eines eigenen Frontends, ein CMS, eine Suche und oft ein PIM oder OMS, die Schnittstellen dazwischen sowie ein festes Entwicklungsteam. Deshalb ist die TCO von commercetools hoch und lohnt sich vor allem für Unternehmen mit einzigartigen Anforderungen und starker Engineering-Kapazität.
Über wie viele Jahre sollte man die TCO berechnen?
Berechnen Sie die TCO über 3 bis 5 Jahre. Das entspricht der üblichen Lebensdauer einer Plattformentscheidung bis zum nächsten großen Relaunch oder zur nächsten Migration. Ein kürzerer Zeitraum gewichtet die einmaligen Aufbaukosten zu stark, ein längerer wird spekulativ. Aktualisieren Sie Ihre Berechnung jährlich oder sobald Sie neue Länder, einen anderen Tarif oder große Schnittstellen hinzufügen.
Ist Magento Open Source wirklich kostenlos?
Kostenlos ist nur die Lizenz. Sie zahlen weiterhin für Hosting, Sicherheitspatches, PHP- und Versions-Upgrades, Lizenzen und Updates von Erweiterungen sowie die Entwickler, die diese Arbeit erledigen. Individualcode macht jedes Upgrade mit der Zeit teurer. Deshalb ist die Total Cost of Ownership von Magento Open Source trotz fehlender Lizenzgebühr oft mittel bis hoch.



