Magento-Alternativen: der komplette Leitfaden zu Support-Enden, Kosten und Wechsel

Von Robin Laseur

Magento betreibt seit mehr als zehn Jahren ernsthafte Onlineshops in den Niederlanden und im DACH-Raum. Es ist flexibel, bewältigt komplexe Kataloge und B2B, und viele Teams kennen es in- und auswendig. Doch das Umfeld hat sich verändert. Adobe setzt feste Enddaten pro Version, Magento Open Source bekommt keinen erweiterten Support, und ab dem 1. Juni 2027 kann Adobe Commerce-Cloud-Shops vom Netz nehmen, wenn sie eine nicht unterstützte Version nutzen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Magento-Shops in den Niederlanden schnell.
Dieser Leitfaden ist für Teams, die Magento Open Source oder Adobe Commerce betreiben und entscheiden müssen, wie es weitergeht: upgraden, auf eine andere Plattform wechseln oder bleiben und anders investieren. Sie lesen, welche Version Sie nutzen und wann deren Support endet, was Magento über drei Jahre wirklich kostet, was jede Alternative kostet und wo ihre Grenzen liegen, wie Sie die Entscheidung treffen und wie eine Migration Schritt für Schritt abläuft, einschließlich der Methode, die wir selbst einsetzen.
Preise, Daten und Zahlen: Stand 19. Oktober 2026, von den Preis-, Lifecycle- und Hilfeseiten der Anbieter, von Store Leads und aus der Projekterfahrung von Flatline. Prüfen Sie Mehrwertsteuer und aktuelle Preise auf den Seiten der Anbieter, bevor Sie entscheiden.
Das Wichtigste in Kürze
Die Niederlande zählen 4.957 aktive Magento-Shops, 26 % weniger als vor einem Jahr (Store Leads, Oktober 2026). Shopify wuchs um 13 % auf 67.817 Shops.
Der Standard-Support endete für 2.4.4 und 2.4.5 im Jahr 2025, für 2.4.6 am 11. August 2026 und endet für 2.4.7 am 31. Mai 2027.
Ab dem 1. Juni 2027 kann Adobe den Traffic von Commerce-Cloud-Umgebungen mit nicht unterstützter Version stoppen. Magento Open Source bekommt gar keinen erweiterten Support.
Bei Shopify ist der größte Kostenhebel nicht das Abo, sondern die Zahlungsabwicklung: Bei 2 Mio. € Umsatz kostet ein externer Payment-Anbieter mit Shopify Advanced 12.000 € pro Jahr zusätzlich.
Shopify ist nicht für alle die Antwort: Produktkonfiguratoren, kundenspezifische B2B-Preise und mehrere Marken brauchen zuerst eine gründliche Prüfung.
Wer zum Black Friday 2027 auf einer neuen Plattform live sein will, muss eine Migration im Mittelstand im Februar 2027 entscheiden.
Magento im Jahr 2026: was die Zahlen sagen
Store Leads verfolgt aktive Onlineshops je Plattform. Im Oktober 2026 zählte es 4.957 aktive Magento-Shops in den Niederlanden, 26 % weniger als ein Jahr zuvor und 1,4 % weniger als im Vorquartal. Die Niederlande stehen für 4,9 % aller Magento-Shops weltweit und sind damit einer der größeren Märkte der Plattform. Shopify wuchs im selben Jahr um 13 % auf 67.817 niederländische Shops, davon 2.851 auf Shopify Plus.
Weltweit verlor Magento in den letzten 90 Tagen 2.078 Shops und gewann 1.162. Hierhin wechselten die abwandernden Shops:
Wohin Magento-Shops gingen (letzte 90 Tage, weltweit) | Shops |
|---|---|
Individuell gebaute Plattform | 1.006 |
Shopify | 557 |
WooCommerce | 273 |
Odoo | 33 |
Shopware | 27 |
Zwei Dinge fallen auf. Die größte Gruppe wählte keine andere Standardplattform, sondern eine individuelle Lösung, was zeigt, dass viele Magento-Händler Wert auf Kontrolle über ihren Stack legen. Und unter den Standardplattformen gewinnt Shopify mit Abstand den größten Anteil. Keine der beiden Zahlen sagt, was für Ihr Unternehmen richtig ist, aber sie zeigen, dass Sie mit dieser Frage nicht allein sind.
Welches Magento nutzen Sie?
„Magento“ steht für vier verschiedene Editionen, und Fristen und Optionen unterscheiden sich je Edition:
Edition | Was es ist | Support nach dem Standard-Enddatum |
|---|---|---|
Magento Open Source | Kostenloser Download, Sie hosten und warten selbst | Keiner: Es gibt keinen erweiterten Support |
Adobe Commerce (On-Premise) | Lizenzierte Edition mit B2B-Funktionen, selbst gehostet | Für manche Versionen ein Jahr mehr, danach nur Sicherheitsupdates |
Adobe Commerce on Cloud | Lizenzierte Edition auf Adobes PaaS | Wie oben, und ab dem 1. Juni 2027 kann Adobe den Traffic bei nicht unterstützten Versionen stoppen |
Adobe Commerce as a Cloud Service | SaaS-Edition, live seit Juni 2025, von Adobe aktualisiert | Updates laufen automatisch; individueller Code muss ins SaaS-Modell passen |
So prüfen Sie Ihre Version
Die Versionsnummer steht in der Fußzeile des Magento-Admins. Ihr Entwickler kann auf dem Server auch bin/magento --version ausführen. Notieren Sie die vollständige Nummer, etwa 2.4.6-p8, und die PHP-Version, auf der der Shop läuft: Beide bestimmen Ihre Frist.
Die Support-Daten je Version
Adobe gibt jeder 2.4.x-Version drei Jahre Standard-Support ab dem Release-Datum. Adobe-Commerce-Kunden erhalten für manche Versionen ein zusätzliches Jahr, und 2.4.4 bis 2.4.6 bekommen darüber hinaus einmalig eine Phase mit reinen Sicherheitsupdates. Das sind die Daten aus Adobes Lifecycle-Richtlinie:
Version | Ende Standard-Support | Erweiterter Support (nur Adobe Commerce) | Ende der reinen Sicherheitsphase |
|---|---|---|---|
2.4.4 | 12.04.2025 | 14.04.2026 | 31.05.2027 |
2.4.5 | 12.08.2025 | 11.08.2026 | 31.05.2027 |
2.4.6 | 11.08.2026 | 31.08.2027 | 31.05.2028 |
2.4.7 | 31.05.2027 | 31.05.2028 | – |
2.4.8 | 31.05.2028 | noch nicht bekannt | – |
2.4.9 | 31.05.2029 | noch nicht bekannt | – |
Drei Fristen, die eine Entscheidung erzwingen
1. Juni 2027: Commerce Cloud. Adobe wartet keine Commerce-Cloud-Umgebungen mehr, die eine nicht unterstützte Version nutzen, einschließlich des Stoppens von Traffic: Der Shop geht offline. Die Frist ist der 1. Juni 2027 für 2.4.4 und 2.4.5 und der 1. Juni 2028 für 2.4.6 und 2.4.7.
Open Source: keine Verlängerung. Das zusätzliche Jahr gilt nur für Adobe-Commerce-Kunden. Bei Magento Open Source bedeutet das Ende des Standard-Supports das Ende der offiziellen Patches.
PHP. PHP 8.1 ist seit dem 31. Dezember 2025 end-of-life, PHP 8.2 folgt am 31. Dezember 2026. Laut Adobe gefährdet das die PCI-Compliance von Shops auf 2.4.6.
Was Magento wirklich kostet
Magento Open Source ist kostenlos herunterzuladen, aber nicht kostenlos zu betreiben. Adobe Commerce kommt mit einer Lizenz, die Adobe auf Anfrage nach Stufen für GMV und durchschnittlichen Bestellwert bepreist. Dazu kommen drei Kostenpunkte.
Hosting
Magento braucht Server, Caching, Suche und Monitoring. Hypernode, der bekannteste niederländische Magento-Hoster, veröffentlicht diese Cloud-Preise:
Hypernode-Cloud-Paket | Pro Monat | Pro Jahr |
|---|---|---|
Falcon S | 181 € | 2.172 € |
Falcon M (am häufigsten gewählt) | 237 € | 2.844 € |
Falcon L | 388 € | 4.656 € |
Falcon XL | 703 € | 8.436 € |
Extensions und Upgrades
Ein typischer Magento-Shop läuft mit Dutzenden Extensions. Jede muss bei jedem Versions- und jedem PHP-Upgrade neu getestet werden, und manche werden nicht mehr gepflegt. Hier steckt der Großteil der echten Kosten: nicht in Lizenzen, sondern in Entwicklerstunden, die in den Betrieb fließen statt in Verbesserungen. Die Details finden Sie in fünf versteckte Kosten von Magento.
Zeit bis zur Änderung
Der Kostenpunkt, der selten im Budget steht, ist die Dauer einer Änderung. Wenn ein neuer Filter, eine neue Zahlungsart oder ein neues Landingpage-Template einen Entwickler und einen Release-Zyklus braucht, werden Marketing und Merchandising langsamer. Wir messen das als mittlere Durchlaufzeit der letzten zehn Änderungsanfragen.
Ein Kostenbeispiel über drei Jahre
Abstrakte Vergleiche helfen wenig, deshalb hier ein durchgerechnetes Beispiel. Annahmen: ein niederländischer Onlineshop mit 2 Mio. € Umsatz pro Jahr, einem durchschnittlichen Bestellwert von 80 € (25.000 Bestellungen), 70 % per iDEAL und 30 % per Karte bezahlt. Die Shopify-Beträge sind die veröffentlichten niederländischen Tarife von Shopify; Entwicklerstunden lassen wir weg, weil sie ganz von Ihrem Shop abhängen.
Drei Jahre, 2 Mio. € Umsatz pro Jahr | Magento Open Source | Shopify Advanced | Shopify Plus |
|---|---|---|---|
Lizenz oder Abo | 0 € | 10.404 € | 75.600 € |
Hosting (Hypernode Falcon M) | 8.532 € | inklusive | inklusive |
Zahlungskosten mit Shopify Payments | Tarife Ihres Payment-Anbieters | 49.650 € | 38.700 € |
Zusatzgebühr mit externem Anbieter wie Mollie | – | 36.000 € (0,6 %) | 12.000 € (0,2 %) |
Extensions oder Apps | eigenes Budget | eigenes Budget | eigenes Budget |
Upgrades, Patches, Entwicklerstunden | eigenes Budget, am höchsten | eigenes Budget | eigenes Budget |
So lesen Sie diese Tabelle:
Zahlungen wiegen am schwersten. Mit Shopify Payments kostet iDEAL 0,29 € pro Transaktion (0,15 € bei Plus) und eine Karte 1,6 % plus 0,25 € bei Advanced (1,4 % plus 0,25 € bei Plus). In diesem Beispiel sind das 16.550 € pro Jahr bei Advanced und 12.900 € bei Plus. Bei Magento zahlen Sie die Tarife Ihres eigenen Payment-Anbieters: Vergleichen Sie diese je Zahlungsart mit der Tabelle oben.
Ein externer Anbieter kostet bei Shopify extra. Behalten Sie Mollie oder einen anderen Anbieter, berechnet Shopify 0,6 % bei Advanced oder 0,2 % bei Plus, zusätzlich zu den Tarifen des Anbieters selbst.
Wann sich Plus rechnet. Mit externem Anbieter entspricht die Differenz zwischen den Abos von Advanced und Plus (21.732 € pro Jahr) der Gebührendifferenz von 0,4 % bei etwa 5,4 Mio. € Umsatz.
Hosting entfällt bei Shopify, ebenso die meisten Upgrade-Stunden. Dafür kommen Apps hinzu, und auch sie brauchen Budget.
Shopify veröffentlicht eigene Studien, die niedrigere Gesamtbetriebskosten als bei Adobe Commerce behaupten. Diese Studie wurde von Shopify bezahlt und umfasst 250 Unternehmen in den USA und Kanada. Legen Sie sie neben Ihre eigene 36-Monats-Übersicht, nie an deren Stelle. Alle Shopify-Kosten im Detail finden Sie unter Shopify-Kosten.
Die Alternativen im Vergleich
Option | Preismodell (Oktober 2026) | Passt, wenn | Ehrliche Grenze |
|---|---|---|---|
Shopify / Shopify Plus | 21–384 € pro Monat; Plus ab 2.100 € (3 Jahre) oder 2.250 € (1 Jahr) | Sie SaaS, schnelle Releases und einen starken Checkout wollen | Drei Optionen pro Produkt; feste URL-Pfade; Kernlogik nur über Apps oder Functions |
Shopware 6 | Community kostenlos; Rise ab 600 €, Evolve ab 2.400 € pro Monat zzgl. MwSt. | Sie Code und Hosting selbst besitzen wollen, B2B oder DACH-Fokus | Ab 1 Mio. € GMV ist ein bezahlter Tarif nötig; Selbst-Hosting behält die Wartung |
BigCommerce | Core 39 $, Growth 105 $, Scale 399 $ pro Monat; Performance ab 1.499 $ | SaaS mit offener API und mehreren Storefronts | Preise in Dollar mit Umsatzgrenzen; kleines Ökosystem in den Benelux |
Salesforce Commerce Cloud | Prozentsatz vom GMV, auf Anfrage | Großunternehmen, das bereits in Salesforce investiert | Keine öffentlichen Preise; große Projekte |
commercetools | Bestellbasiert, auf Anfrage | Composable Enterprise mit eigenen Entwicklern | Storefront bauen und betreiben Sie selbst |
Adobe Commerce as a Cloud Service | SaaS, auf Anfrage | Sie bei Adobe bleiben wollen, ohne Upgrade-Aufwand | Preis an GMV-Stufen gebunden |
Bleiben: Upgrade, Mage-OS oder neues Frontend | Lizenz oder kostenlos, plus Hosting und Entwicklung | Individuelle Logik Ihr Vorsprung ist | Upgrades und PHP bleiben Ihre Aufgabe |
Shopify und Shopify Plus
Shopify ist eine SaaS-Plattform: Hosting, Sicherheit, Checkout und Updates übernimmt Shopify. Für die meisten Magento-Funktionen gibt es ein Gegenstück: Konfigurierbare Produkte werden Produkte mit Varianten, Attributsets werden Metafields und Metaobjects, Store Views werden Shopify Markets, und Adobe Commerce B2B wird Shopify B2B. Plus ergänzt unbegrenzte B2B-Kataloge, neun Expansion Stores, Checkout-Anpassungen und höhere Limits. Was Sie aufgeben, ist die Freiheit, die Kernlogik zu ändern. Den direkten Vergleich finden Sie in Magento vs. Shopify.
Shopware 6
Shopware 6 ist der nächste Verwandte von Magento: Open Source, auf PHP gebaut, mit einem reichen Datenmodell und einer starken Position in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Community Edition ist kostenlos, Rise beginnt bei 600 € und Evolve bei 2.400 € pro Monat zzgl. MwSt. Shops über 1 Mio. € GMV brauchen einen bezahlten Tarif, um Zugang zu Shopware Store und Account zu behalten. Es passt zu Teams, die ihren Code selbst besitzen wollen; selbst gehostet behalten Sie einen Großteil des Wartungsaufwands, den Sie vielleicht gerade loswerden wollen.
BigCommerce
BigCommerce ist SaaS mit offener API und nativer Unterstützung für mehrere Storefronts. Die Tarife sind in US-Dollar bepreist, mit Umsatzgrenzen: Core 39 $, Growth 105 $ und Scale 399 $ pro Monat, Performance ab 1.499 $. Mit externem Payment-Anbieter berechnet BigCommerce 2 % bis 0,6 %. Eine ernsthafte Option in den USA, mit kleinem Partnernetz in den Benelux.
Salesforce Commerce Cloud und commercetools
Beide richten sich an Großunternehmen. Salesforce Commerce Cloud berechnet einen Prozentsatz vom GMV und passt zu Organisationen, die bereits in Salesforce investiert haben. commercetools ist headless und API-first mit bestellbasierten Preisen: Es liefert die Commerce-Engine, den Rest bauen Sie. Für die meisten Magento-Händler ersetzt beides ein entwicklungsintensives Setup durch ein anderes.
Adobe Commerce as a Cloud Service
Adobes SaaS-Edition ging im Juni 2025 live und wird von Adobe aktualisiert. Der Upgrade-Aufwand entfällt, während Sie im Adobe-Ökosystem bleiben. Preise gibt es auf Anfrage, gebunden an GMV-Stufen, und individueller Code muss ins SaaS-Modell passen.
Bleiben: Upgrade, Mage-OS oder neues Frontend
Bleiben ist eine gute Wahl, wenn individuelle Logik Ihr Wettbewerbsvorteil ist. Optionen sind ein reguläres Upgrade auf 2.4.8 oder 2.4.9, Mage-OS (ein Community-Fork von Magento Open Source) oder ein leichteres Frontend auf Magento. In jedem Fall bleiben Upgrades und PHP-Versionen Ihre Verantwortung, planen Sie sie also als festen Budgetposten.
Die harten Grenzen im Überblick
Jede Plattform hat Grenzen. Das sind die Shopify-Grenzen, die am schwersten wiegen, wenn Sie von Magento kommen:
Grenze | Shopify | Was das bedeutet, wenn Sie von Magento kommen |
|---|---|---|
Optionen pro Produkt | 3 | Ein viertes konfigurierbares Attribut wird ein Metafield oder ein eigenes Produkt |
Varianten pro Produkt | 2.048 | Genug für fast jedes Mode- und Lifestyle-Sortiment |
Medien pro Produkt | 250 | Selten eine Einschränkung |
Metafield-Definitionen | 250 pro Store | Erfassen Sie die EAV-Attributsets, bevor Sie sie anlegen |
URL-Redirects | 100.000; 20 Millionen bei Plus | Große Magento-Kataloge mit Filter-URLs brauchen eventuell Musterregeln |
Aktive B2B-Kataloge | 3 bei Basic bis Advanced; unbegrenzt bei Plus | Geteilte Kataloge je Kundengruppe bedeuten meist Plus |
Stores pro Plus-Vertrag | Haupt-Store plus 9 Expansion Stores; danach 250 € pro Store und Monat | Eine Marke pro Vertrag: Eine zweite Marke ist ein zweiter Vertrag |
Checkout-Logik | Shopify Functions: 11 Millionen Instruktionen, 128 kB Eingabe, 20 kB Ausgabe | Eigene Checkout-Regeln zuerst auf Papier nachbauen und gegen diese Grenzen testen |
Upgrade oder Wechsel? So entscheiden Sie
Der Breakup Talk: drei Fragen
Wir stellen jedem Händler dieselben drei Fragen, mit zwölf Monaten Rechnungen auf dem Tisch:
Frage | Rot, wenn |
|---|---|
Version: Wie alt ist Ihre Magento-Version? | Der Standard-Support endet innerhalb von zwölf Monaten oder ist schon vorbei |
Decke: Woran stoßen Sie? | Eines der drei Dinge, die Ihr Plan in den nächsten zwölf Monaten braucht, erfordert einen Neubau statt eines Releases |
Kosten: Was kostet eine Änderung? | Die mittlere Durchlaufzeit Ihrer letzten zehn Änderungsanfragen liegt über vier Wochen |
Keine rote Antwort: bleiben und in Conversion, Marge und Marketing investieren. Eine rote Antwort: genau das lösen, etwa die Version oder das Theme; ziehen Sie nicht einen ganzen Shop für ein Problem um. Zwei oder mehr: wechseln, denn zwei rote Antworten verstärken sich. Lassen Sie die Frage nach der Decke von Merchandising und Marketing beantworten, nicht von der Entwicklung: Diese Teams stoßen jede Woche daran.
Eine Entscheidungsmatrix
Ihre Situation | Unsere Empfehlung |
|---|---|
Auf 2.4.4 oder 2.4.5, und ein großes Upgrade steht ohnehin an | Jetzt einen Wechsel vergleichen: Das Upgrade kommt einem Neubau nahe |
Auf Adobe Commerce Cloud mit einer nicht unterstützten Version | Vor dem 1. Juni 2027 entscheiden; danach kann Adobe den Traffic stoppen |
Auf 2.4.7 oder 2.4.8, stabil, mit starkem eigenem Team | Upgraden ist vernünftig; das nächste Upgrade jetzt budgetieren |
Viele Extensions, die bei jedem Update kollidieren | Wechseln: Weniger bewegliche Teile sind der größte Gewinn |
Komplexes B2B mit kundenspezifischen Preisen und Freigabeprozessen | Die Preis-Engine bleibt im ERP; erst die Prozesse erfassen, dann wählen |
Mehrere Marken auf einer Magento-Installation | Bei Shopify Plus ist jede Marke ein eigener Vertrag; sorgfältig vergleichen |
Individuelle Logik ist Ihr Wettbewerbsvorteil | Bleiben, eventuell auf Mage-OS oder mit neuem Frontend |
Wann wir von Shopify abraten
Wir sagen öfter Nein zu einer Shopify-Migration, als viele erwarten. Das sind die harten Grenzen, die wir zuerst prüfen:
Situation | Die harte Grenze bei Shopify | Was wir stattdessen tun |
|---|---|---|
Produktkonfiguratoren | 3 Optionen und 2.048 Varianten pro Produkt | Ein Konfigurator auf der Storefront API, oder bleiben, wenn er nur einen kleinen Teil des Umsatzes ausmacht |
Kundenspezifische B2B-Preise | Staffeln und Freigabeprozesse sind keine Standardobjekte in Shopify | Die Preis-Engine bleibt im ERP; kann es keinen Preis pro Kunde und Position liefern, beginnen wir nicht |
Komplexe Checkout-Regeln | Grenzen von Shopify Functions; Shopify Scripts sind seit dem 30. Juni 2026 abgeschaltet | Die Regel zuerst auf Papier nachbauen und gegen die Grenzen testen, bevor unterschrieben wird |
Markenhaus mit mehreren Marken | Eine Marke pro Plus-Vertrag | Jede Marke als eigenen Vertrag durchrechnen, bevor Sie entscheiden |
Außerdem sagen wir in drei Situationen Nein, unabhängig von der Plattform: mitten in einem Rebranding, bei einem ERP-Wechsel im selben Quartal und wenn bis zum Black Friday weniger Zeit bleibt, als der Aufbau braucht.
Die Migration Schritt für Schritt
1. Rückwärts planen von einem Datum, das sich nicht verschiebt
Der Black Friday 2026 ist zu nah, um noch davor zu migrieren. Der nächste ist am 26. November 2027. Rückwärts gerechnet für einen Katalog im Mittelstand mit zwei Schnittstellen:
Phase | Dauer (Flatline-Arbeitsregel) | Für den Black Friday 2027 |
|---|---|---|
Scan und Agenturwahl | 6 Wochen | Start spätestens am 26. Februar 2027 |
Ausgangsmessung, Umfang und Scope Freeze | 4 Wochen | |
Aufbau, Migration und Tests | etwa 20 Wochen | |
Go-live und Hypercare | 6 Wochen | Live um den 24. September 2027 |
Code Freeze | 3 Wochen | Ab dem 5. November 2027 |
In einem Satz: Wer am Black Friday 2027 auf der neuen Plattform verkaufen will, entscheidet im Februar 2027. Liegt das Enddatum Ihrer Magento-Version früher, rechnen Sie von diesem Datum zurück.
2. Jede Kiste öffnen, bevor Sie packen: die Moving Box
Jede Seite, jedes Template, jede Extension, jedes Feld, jede Schnittstelle und jede URL bekommt vor dem Scope Freeze genau ein Label: Keep (verdient jetzt Geld oder ist gesetzlich nötig), Improve (funktioniert, und die neue Plattform macht es besser) oder Bin (niemand weiß, wann es zuletzt Geld gebracht hat). Zu jedem Label gehört ein Name. Eine leere Zeile ist eine Bin-Zeile, und ein „Improve“ ohne einen Satz dazu, was besser bedeutet, fällt auf Keep zurück. Ideen, die nach dem Freeze kommen, landen auf einem Parkplatz, der zwei Wochen nach dem Go-live öffnet.
3. Das Data Manifest
Migrationen scheitern öfter an Daten als am Design. Die Frage, die die meisten Zeilen entscheidet: Wenn dieses Feld am ersten Tag leer ankommt, wer merkt es, und in welchem Bericht? Für Magento werden die wichtigsten Tabellen so übertragen:
Magento 2 | Shopify | Aktion und was die Zeile entscheidet |
|---|---|---|
customer_entity | Kunde | Keep: E-Mail, Name, Adressen, Tags, Marketing-Einwilligung |
customer_entity.password_hash | nichts | Bin: Hashes lassen sich nicht in Shopify importieren |
customer_group_id | Kundensegment oder Company | Improve: Endkundengruppen werden Segmente, Händlergruppen Company-Datensätze |
sales_order und sales_order_item | Bestellung, über die API | Festlegen, wie viele Jahre umziehen; es gibt keinen CSV-Weg für Bestellungen |
catalog_product_entity | Produkt | Keep: Die SKU ist der Schlüssel für Bestand, ERP und Feeds; vor dem Export einfrieren |
catalog_product_super_attribute | Produktvariante | Improve: drei Optionen, 2.048 Varianten, 250 Medien pro Produkt |
eav_attribute | Metafield-Definitionen | Improve: zuerst Definitionen anlegen; 250 pro Store |
catalog_category_entity | Kollektion | Improve: Eine Kategorie, die nur einen Filter trägt, wird ein Metafield |
company und shared catalog | Company, Standort, Katalog | Improve: 3 aktive B2B-Kataloge, unbegrenzt bei Plus |
url_rewrite | URL-Redirect | Keep: Jede URL mit einem Klick oder Backlink bekommt ein bewusst gewähltes Ziel |
review und wishlist_item | die Bewertungs-App, oder nichts | Nur der Importer der Bewertungs-App zieht Bewertungen um |
Die Reihenfolge des Imports zählt: zuerst Produkte, dann Kunden, dann Bestellungen, weil jede Bestellung ihren Kunden und ihre Produkte braucht.
4. Drei Durchläufe, nie einer
Testlauf in einem Entwicklungsshop, um Felder zu finden, die leer ankommen.
Generalprobe im echten Store mit dem vollständigen Datensatz, um den Import zu timen. Diese Zeit bestimmt die Stunde des Go-live.
Delta-Lauf nach dem Freeze, für die Bestellungen aus der Zwischenzeit. Der Umfang ist leicht zu schätzen: Bestellungen pro Jahr geteilt durch 8.760, mal die Stunden des Freeze. Bei 25.000 Bestellungen pro Jahr und vier Stunden Freeze sind das etwa elf.
Legen Sie die Toleranz vorab fest und vergleichen Sie fünf Summen auf beiden Seiten: Kunden, Produkte, Varianten, Bestellungen und Bruttoumsatz.
5. Die Redirect-Matrix
Magento-URLs enden auf .html und enthalten Kategoriepfade und Filter-URLs; in Shopify wandern Produkte nach /products/ und Kategorien nach /collections/. Erstellen Sie eine Liste jeder URL, die je eine Seite geliefert hat, aus einem Crawl, den Sitemaps und sechzehn Monaten Search Console. Sortieren Sie nach Klicks, dann nach verweisenden Domains. Alles mit einem Klick oder Link bekommt ein Ziel, das ein Mensch wählt; der Rest eine Musterregel. Such- und Filter-URLs bekommen einen 410, nie die Startseite. Ein Produkt, das es nicht mehr gibt, führt zu seiner Kollektion. Keine Redirect-Ketten: alt zu neu in einem Schritt. Den vollständigen Ablauf finden Sie in unserem Leitfaden zur Migration von Magento zu Shopify.
6. Der Go-live ist eine Stunde, kein Tag
T−7 Tage: entscheiden, ob ein Rollback möglich ist; die DNS-TTL 48 Stunden vorher auf 300 Sekunden setzen.
T−2 Stunden: Go/No-Go, ein Verantwortlicher, vier Kriterien.
T−1 Stunde: Der alte Shop nimmt keine Bestellungen mehr an.
T−0: DNS umstellen, Passwort entfernen.
T+15 Minuten: eine bezahlte Bestellung je Zahlungsart, danach eine Erstattung.
T+60 Minuten: fünfzig alte URLs von Hand, danach die gesamte Map.
T+2 Stunden: Zähler mit derselben Stunde eine Woche zuvor vergleichen.
Nie an einem Freitag. Wir gehen an einem Dienstagmorgen live, mit dem ganzen Team 72 Stunden in Bereitschaft.
7. Der Silence Test und die ersten 90 Tage
Ein Go-live ist gelungen, wenn Ihre Kunden nichts merken. 72 Stunden lang bleiben fünf Zähler auf dem Niveau desselben Wochentags eine Woche zuvor: Bestellungen pro Stunde, Checkout-Conversion, fehlgeschlagene Zahlungen je Methode, 404-Fehler pro 1.000 Sitzungen und Support-Tickets pro 1.000 Sitzungen. Danach läuft die Hypercare 90 Tage: tägliche Checks in den Wochen zwei bis vier, wöchentlich in den Wochen fünf bis zwölf. Die Kennzahl, die danach zählt, ist die Marge pro Besucher, dieselben Monate in diesem und im letzten Jahr. Umsatz und Sitzungen können gut aussehen, während Retouren und Rabatte den Gewinn aufzehren.
Was Sie für den niederländischen Markt einplanen sollten
iDEAL | Wero wird bei 73 % der niederländischen Onlinekäufe genutzt (Betaalvereniging, erstes Halbjahr 2026), und iDEAL geht bis Ende 2027 in Wero über. Stellen Sie es im Checkout nach vorn und prüfen Sie, wie Ihre neue Plattform Wero unterstützt.
Bewertungen und Gütesiegel wie Kiyoh und Thuiswinkel Waarborg müssen im neuen Shop wieder erscheinen. Bewertungen ziehen nur über den Importer der gewählten Bewertungs-App um.
Kauf auf Rechnung und Ratenkauf fallen ab dem 20. November 2026 unter die neuen EU-Regeln für Verbraucherkredite (CCD2), mit Bonitäts- und Altersprüfung.
Barrierefreiheit: Der European Accessibility Act gilt seit dem 28. Juni 2025 für Onlineshops in der EU. Eine Migration ist der Moment, das einzubauen, statt es später nachzurüsten.
Fehler, die wir sehen und selbst gemacht haben
Den alten Shop eins zu eins übertragen. Sie zahlen für eine neue Plattform und bekommen die alten Probleme.
Den Umfang nach dem Freeze wieder öffnen. So werden aus zwölf Wochen zwanzig.
Die Ausgangsmessung auslassen. Search Console speichert sechzehn Monate; die Berichte der alten Plattform verschwinden mit der Lizenz.
Alte URLs auf die Startseite leiten. Google liest das als Soft 404.
An einem Freitag live gehen. Wir haben es einmal getan. Nie wieder.
Einen Termin versprechen, den Sie nicht verteidigen können. Auch einer von uns.
Beim Go-live aufhören. Die ersten 90 Tage entscheiden, ob sich der Wechsel auszahlt.
Belege aus unserer eigenen Arbeit
Mason Garments ist mit uns von Magento zu Shopify Plus gewechselt, mit B2C und B2B in einem Shop. OGÉR ging von Magento zu Shopify Plus und Shopify POS, mit zwei ERP- und WMS-Connectoren und drei eigenen Kassen-Apps; laut ihrem CCO stieg der Umsatz nach dem Go-live um 45 %. Wie wir solche Projekte angehen, lesen Sie unter Migration von Magento zu Shopify, die B2B-Seite unter Shopify B2B.
Unsere Sicht
Die Zahlen zeigen in eine Richtung: Magento verliert Shops in den Niederlanden, und die Fristen für 2.4.4 bis 2.4.7 erzwingen innerhalb von zwei Jahren eine Entscheidung. Das macht einen Wechsel nicht für alle richtig. Ist Ihre individuelle Logik Ihr Vorsprung und beherrscht Ihr Team Upgrades gut, ist Bleiben eine gute Wahl. Als Shopify Platinum Partner sind wir nicht neutral, deshalb sagen wir es offen: Wenn Ihr Team Code und Hosting selbst besitzen will, kann Shopware besser passen als Shopify, und hängt Ihr Geschäft an einem Produktkonfigurator oder kundenspezifischen B2B-Preisen, prüfen Sie zuerst die Grenzen oben. Für alle anderen ist die Frage nicht, ob Sie wechseln, sondern wann. Die Antwort: früh genug entscheiden, um es richtig zu machen.
Weg von Magento? So migrieren wir Magento-Shops zu Shopify →
Verwandte Artikel
F.A.Q.
Wann endet der Support für meine Magento-Version?
Der Standard-Support endete am 12. April 2025 für 2.4.4 und am 12. August 2025 für 2.4.5 und endet am 11. August 2026 für 2.4.6, am 31. Mai 2027 für 2.4.7 und am 31. Mai 2028 für 2.4.8. Adobe-Commerce-Kunden erhalten für manche Versionen mehr Zeit, Magento Open Source nicht.
Was passiert mit Adobe-Commerce-Cloud-Shops auf einer nicht unterstützten Version?
Ab dem 1. Juni 2027 wartet Adobe keine Cloud-Umgebungen mehr, die eine nicht unterstützte Commerce-Version nutzen, einschließlich des Stoppens von Traffic. Diese Frist gilt für 2.4.4 und 2.4.5; für 2.4.6 und 2.4.7 ist es der 1. Juni 2028.
Was ist die beste Alternative zu Magento?
Es gibt nicht die eine beste Option. Marken, die weniger Wartung wollen, wählen meist Shopify oder Shopify Plus. Marken, die Code und Hosting selbst besitzen wollen, schauen auf Shopware 6. Großunternehmen mit Salesforce prüfen Commerce Cloud, und Teams mit starker individueller Logik können bei Magento, Mage-OS oder Adobe Commerce as a Cloud Service bleiben.
Ist Shopify Plus günstiger als Magento?
Oft ja, über mehrere Jahre gerechnet, weil Hosting, Extension-Lizenzen und Upgrade-Stunden sinken. Shopify Plus kostet ab 2.100 € pro Monat bei drei Jahren Laufzeit, plus Zahlungskosten. Vergleichen Sie die Gesamtkosten über drei bis fünf Jahre, inklusive Transaktionsgebühren, Apps und internen Stunden.
Wie lange dauert ein Wechsel weg von Magento?
Etwa drei Monate für einen klar abgegrenzten Shop. Adobe Commerce mit B2B, mehreren Store Views oder vielen Schnittstellen dauert sechs Monate oder länger. Mit Blick auf die Fristen 2027 und 2028 sollten Sie mindestens neun Monate vor dem Enddatum Ihrer Version mit der Entscheidung beginnen.
Wie prüfe ich, welche Magento-Version ich nutze?
Die Versionsnummer steht in der Fußzeile des Magento-Admins, und ein Entwickler kann auf dem Server bin/magento --version ausführen. Notieren Sie die vollständige Nummer, etwa 2.4.6-p8, und die PHP-Version: Beide bestimmen Ihre Frist.
Wann ist Shopify kein guter Ersatz für Magento?
Wenn Ihr Geschäft an einem Produktkonfigurator mit mehr als drei Optionen pro Produkt hängt, an kundenspezifischen B2B-Preisen, die Ihr ERP nicht pro Position liefern kann, an Checkout-Regeln, die nicht in Shopify Functions passen, oder an mehreren Marken, die je einen eigenen Plus-Vertrag bräuchten. Dann prüfen wir zuerst die Grenzen und raten manchmal zum Bleiben oder zu Shopware.
Ab wann rechnet sich Shopify Plus gegenüber Advanced?
Mit externem Payment-Anbieter entspricht die Abo-Differenz zwischen Advanced und Plus (21.732 € pro Jahr) der um 0,4 % niedrigeren Transaktionsgebühr bei etwa 5,4 Mio. € Umsatz. Darunter lohnt sich Plus wegen Funktionen wie B2B-Katalogen, Expansion Stores oder Checkout-Anpassungen, nicht wegen der Gebühren.



